Reisefinder

 
 
Reisekalender

Thüringen - Weimar, Jena, Apolda, Dornburg: 100 Jahre Bauhaus - 5 Tage

Reise als PDF speichern Reise drucken
Buchungscode:
THU01
Termin:
11.04.2019 - 15.04.2019
Preis:
ab 525 € pro Person

100 Jahre Bauhaus

Bauhaus und Thüringen, das geht Hand in Hand. Viele der architektonischen Höhepunkte des markanten Stils liegen etwas abseits der typischen Pfade. KUS Reisen wird einige der Gebäude bei dieser Kulturreise besuchen.

Thüringen ist die Wiege des Bauhaus-Stils. Hier entstand, ausgehend von genialen Denkern, Architekten und Stadtplanern, eine der wichtigsten Kunstschulen überhaupt. Und das vor bereits 100 Jahren. Heute lebt Bauhaus immer noch. Und zwar nicht nur in Weimar, Dessau und Berlin.

1919 begann die Revolution des Designs in Weimar, der Wiege des Bauhauses. Hier wurde die wichtigste und einflussreichste Gestaltungsschule des 20. Jahrhunderts gegründet. Walter Gropius nannte sie das „Staatliche Bauhaus“. Es gilt als Ursprung und Wegweiser der Klassischen Moderne. In nur 14 Jahren entwickelte es sich in Weimar, später in Dessau und Berlin, zur bedeutendsten Hochschule für Kunst und Design des 20. Jahrhunderts.

Zahlreiche Bauhausstätten in Thüringen versprechen im Jubiläumsjahr unter dem Motto „Die Welt neu entdecken“ spannende Entdeckungen mit einer Vielzahl an Ausstellungen und Veranstaltungen zu Architektur und Gestaltung, Kunst und Kulturgeschichte sowie Bildung und Forschung. Klassische Ikonen und Streitobjekte, Schlüsselbauten und Nebenschauplätze, Einzelgebäude und Siedlungen: Das Spektrum reicht von den authentischen Bauhaussorten und UNESCO-Weltkulturerbestätten bis hin zu exemplarischen Bauten der Moderne und Nachkriegmoderne.

Der Höhepunkt und zentraler Anziehungspunkt in Thüringen ist das neu entstehende bauhaus museum weimar. Eröffnet wird das Museum der Klassik Stiftung Weimar im April 2019.

KUS Reisen lädt Sie ein herzlich ein die Welt des Bauhauses auf den Spuren der Moderne zu erkunden. Wie immer stehen dabei nicht nur das aktuelle Thema Bauhaus im Vordergrund sondern auch die klassischen Sehenswürdigkeiten gespickt mit Kleinoden kommen nicht zu kurz.

Bauhaus Phasen:

1900 bis 1918: Die Wurzeln des Bauhauses – Die Emanzipation des Handwerkes (Henry van der Velde, Otto Bartning, Walter Gropius, William Morris)

1919 bis 1925: Bauhaus Weimar – Eine Versammlung hochkarätiger Künstler, Architekten und Kreativer (Gerhard Marcks, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassiliy Kandinsky, Laszio Moholy-Nagy)

1925 bis 1932: Bauhaus Dessau – Ein neuer Standort, ein modernes Gebäude und ein eigenes Gesicht (Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe)

1932 bis 1933: Bauhaus Berlin: Von der politischen Repression in die innere Emigration

1934 bis heute: Bauhaus in aller Welt – Gerstern, Heute, Morgen (USA, Mexiko, Israel, Japan, Russland, Ulm Berlin-Weißensee…)

 

 

1. Tag:  Anreise, Weimar

Abfahrt je nach Zustieg zwischen 06:00 Uhr und 08:00 Uhr.

Sofern es der Verkehr zulässt eine Überraschungspause unterwegs.

Ankunft in Weimar am Nachmittag. Erste Besichtigungen in Weimar.

Alle Übernachtungen im ausgesuchten ****Hotel in Weimar am Rande der Altstadt.

Abendessen in einem ausgesuchten Restaurant in Weimar. 

 

2. Tag:  Weimar

Mit dem „bauhaus museum weimar“ entsteht ein neues Quartier Weimarer Moderne. Der Neubau für das seit 1995 bestehende Bauhaus-Museum bietet Raum, um die einzigartige Bauhaus-Sammlung der Klassik Stiftung Weimar mit ihren mittlerweile 13.000 Objekten und Dokumenten zur Vorgeschichte, Geschichte und Nachwirkung des Staatlichen Bauhauses umfassend vorzustellen. Sie ist nach Umfang und Qualität eine der bedeutendsten Sammlungen zum Bauhaus weltweit. Der Rundgang durch bewegte Jahre der Kunst und Zeitgeschichte wird dazu einladen, sich dem Bauhaus und seinen Wurzeln in der Moderne um 1900 ebenso anzunähern wie aktuellen Fragen der Gestaltung, Kunst, Architektur und Gesellschaft. Am 6. April 2019 öffnet die Neuinszenierung der weltweit ältesten Bauhaus-Sammlung unter dem Motto ,,Das Bauhaus kommt aus Weimar".

Mit einer ständigen Ausstellung zu den Wegbereitern des Bauhauses von der Weimarer Malerschule bis zu Henry van de Velde nimmt „Das Neue Museum“ direkten Bezug auf das neue „bauhaus museum weimar“ (Wiedereröffnung am 6. April 2019 mit der Dauerausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“).

Das heute von verschiedenen Fakultäten der Bauhaus-Universität Weimar genutzte Hauptgebäude wurde unter Henry van de Veldes Ägide 1904/1905 umgebaut, der zweite Bauabschnitt folgte 1911. Van de Velde zelebrierte an diesem Schulbau beispielhaft die Einheit von Form und Funktion. Das Gebäude der ehemaligen Kunstgewerbeschule wurde 1905 bis 1906 nach Plänen von Henry van de Velde für die Großherzogliche-Sächsische Kunstgewerbeschule Weimar errichtet und zwischen 1919 und 1925, vom Staatlichen Bauhaus zu Weimar genutzt. Heute ist es Sitz der Fakultät Gestaltung und Lehrgebäude der Bauhaus-Universität Weimar.
Die Studenten führen durch ihre Räume und zeigen auch das bekannte Direktorenzimmer, in dem Walter Gropius schon gesessen hat.

Das Haus Am Horn, entworfen von Georg Muche, wurde von den Bauhauswerkstätten und dem Baubüro Walter Gropius 1923 als Musterhaus zur ersten großen Bauhaus-Ausstellung errichtet. Es ist das erste architektonische Zeugnis des Bauhauses.

Weitere Besichtigungen in Weimar wie zum Beispiel das Museum im Haus Hohe Pappeln von Henry van der Velde, die frisch renovierte Herderkirche mit dem dreiflügeligen Altarbild von Lucas Cranach dem Jüngeren von 1552 sowie Anekdoten zu Schiller, Goethe, Liszt und Luther runden den Aufenthalt ab.  


3. Tag:  Jena

Eine perfekte Lage am Mittellauf der Saale, die traditionsreiche und bekannte Friedrich Schiller-Universität, helle Köpfe der deutschen Literatur wie Schiller und Goethe, ein Zuhause von Ernst Abbe, Carl Zeiss, Otto Schott und somit Zentrum von Wissenschaft und Technik: Jena entwickelte sich schon früh zur strahlenden Lichtstadt. All dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Architektur in Jena: Industrialisierung, Bauhaus, klassischer Jugendstil. In jeder Ära entstanden in Jena außergewöhnliche Bauwerke und Wohnhäuser, die es zu besichtigen lohnt. Ein Großteil der denkwürdigen und besonderen Bauten Jenas ist auf den Bereich des Zentrums konzentriert.

Unser Spaziergang durch die Stadt Jena spannt den Bogen von Henry van de Veldes Jugendstil bis zum Bauhaus mit den Gropius-Bauhaus-Villen Zuckerkandl und Auerbach. Mit dem Denkmal für Ernst Abbe hatte Henry van de Velde bereits 1911 ein Kunstwerk europäischen Ranges geschaffen. Der Jenaer Kunstverein galt als offenes Forum für die Moderne und so entwickelte sich eine enge Verbindung zwischen den Künstlern des Bauhauses, der Universität und der Industrie in Jena.

Walter Gropius, Bauhaus-Mitbegründer und damit einer der wichtigsten Vertreter des Bauhauses, baute in Jena zwei private Wohnhäuser, die auch heute die Formensprache des Neuen Bauens anschaulich zeigen.

Das weiße Haus Auerbach im Jenaer Westviertel baute Walter Gropius 1924 als privates Wohnhaus in der Formensprache des Neuen Bauens für den Physiker und Kunstmäzen Dr. Felix Auerbach. Einander durchdringende Quader, flache, teilweise begehbare Dächer, horizontale Fensterbänder und der voll verglaste Wintergarten: Die bekannten Grundelemente des Bauhaus-Stils sind hier einwandfrei wieder zu finden. Gropius hat ausgehend von der unterschiedlichen Geschoßzahl eine reziproke Flächenkalkulation vorgenommen, die sich in den Außenmaßen widerspiegelt. Das Haus mit seinen wiederkehrenden Hauptmaßverhältnissen 3:2 ist eine gebaute Quinte. Das Haus ist glatt mit einem mineralischen Edelputz mit Glimmeranteilen verputzt, so dass die Fassade in der Sonne glitzert.

Das Haus Zuckerkandl baute Walter Gropius von 1927-29 im Auftrag von Therese Zuckerkandl. Er entwarf ein dreigeschossiges Gebäude, das er durch ein hohes Sockelgeschoss an den steilen Hang unterhalb der Sonnenberge angepasst hat. Der Baukörper des Hauses ist durch strenge Geometrie geprägt.

Die Industrialisierung und die damit verbundene Industriearchitektur haben in Jena ihre Spuren hinterlassen.

Bau 15: Es war das erste Hochhaus Deutschlands und wurde 1915 als Fabrikgebäude für das Zeiss-Werk nach den Plänen des Architekten Friedrich Pützer errichtet. Vorbild für den architektur-historisch bedeutsamen Bau 15 waren die amerikanischen Wolkenkratzer. Es wurde eine symmetrisch gegliederte Fassade errichtet, die sich in Stufenform Richtung Himmel arbeitet. Das Hochhaus misst 42 Meter und ist in acht Etagen gegliedert. Das Haus grenzt an den heutigen Uni-Campus auf dem Ernst-Abbe-Platz an.

Bau36 - Ernst-Abbe-Hochhaus: In der Zwischenkriegszeit entstand ein weiteres, nun historisches Hochhaus in Jena. Das zwischen 1934 und 1935 errichtete Hochhaus ist das ehemalige Verwaltungsgebäude des Zeiss-Hauptwerks. Das 66 Meter hohe Gebäude hat einen Stahlbetonskelettbau mit symmetrischer Durchfensterung und einer überlebensgroßen Skulptur des Münchner Künstlers Prof. Joseph Wackerle auf einer Konsole über dem Eingang.

Jen Tower: Das unverkennbare Wahrzeichen der Lichtstadt ist schon aus der Ferne gut sichtbar. Das Gebäude wird nicht nur als Bürogebäude genutzt. In einer der oberen Etagen befinden sich ein Hotel und ein Restaurant sowie die Aussichtsplattform für alle schwindelfreien Besucher Jenas. Mit 159 Meter Höhe gilt er zugleich als der höchste Turm der neuen Bundesländer. Der Turm entstand als Forschungsneubau für den VEB Carl Zeiss Jena nach den Plänen des DDR-Star-Architekten Hermann Henselmann in der zylindrischen Bauweise eines Okulars – es sollte einem Fernrohr gleichen. Zu Beginn der 70er-Jahre noch als Zeiss-Forschungszentrum erbaut, wurde der Turm bis in die Mitte der 90er-Jahre von der Universität genutzt. Zwischen 1999 und 2000 wurde der Turm vollständig entkernt und im Zuge dessen durch einen aufwendigen Umbau auf den neusten technischen und architektonischen Stand gebracht. Die Stahlbetongrundkonstruktion blieb im Originalzustand, die alte Fassade wurde jedoch abgerissen und durch eine Glasfassade ersetzt. Auch der Sockel wurde entfernt und durch einen neuen ausgetauscht, welcher heute das Einkaufszentrum „Neue Mitte“ beherbergt.

In der historischen Schott Villa, dem ehemaligen Wohnhaus des bedeutenden Wissenschaftlers, Technologen und Unternehmers Otto Schott, ist sein facettenreiches Leben dargestellt. Weitere Ausstellungen entführen den Besucher in die bewegte Firmengeschichte, die geprägt ist von Trennung und Wiedervereinigung sowie vom Aufstieg zum internationalen Technologiekonzern.

Das Collegium Jenense verleiht Einblicke in 460 Jahre Universitätsgeschichte, wie es kein anderer Ort in Jena kann. Die ehemalige Klosteranlage stellt den Gründungsort der Friedrich-Schiller-Universität Jena 1558 dar. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Dekane und Rektor noch ihren Sitz in diesem Ensemble aus Gebäude, Anbauten, Anlagen und einem Innenhof. Heute werden die einzelnen Gebäude und weitere Anbauten von der Medizinischen Fakultät der Universität genutzt. Der Kollegienhof ist öffentlich zugänglich.

Der neue Campus der Friedrich-Schiller-Universität und der benachbarte Ernst-Abbe-Platz ist für Besucher besonders hervorzuheben. Der gesamte rechtwinklig angelegte und etwa 46.000 Quadratmeter umfassende Gebäudekomplex des ehemaligen Zeiss-Hauptwerkes wurde in den 1990er Jahren umgebaut und neuen Nutzungen zugeführt. Neben der architektonisch besonders gelungenen Shoppingmall „Goethe Galerie“ mit integriertem Vier-Sterne-Hotel entstand auf dem benachbarten Ernst-Abbe-Platz der neue Campus der Universität. Dort befinden sich eine Mensa, mehrere Hörsäle, zahlreiche Institute und ein zentraler Haltepunkt der Straßenbahn. Den sehr modernen Platz zieren fünf Plastiken des amerikanischen Künstlers Frank Stella aus der so genannten Hudson River Valley Series von 1995.

Ernst-Abbe-Denkmal: Henry van de Velde entwarf und errichtete 1909/1911 diesen monumentalen Gedenkpavillon zu Ehren von Ernst Abbe. Er ist wahrlich ein Kunstwerk europäischen Ranges. Der Pavillon beherbergt im Inneren Bronzereliefs von Constantin Emile Meunier und eine Marmorherme von Max Klinger mit der Porträtbüste des einstigen Mitbegründers der Zeiss-Werke. Der achtseitige tempelartige Zentralbau besitzt eine monumentale Wirkung. Errichtet aus Kalkstein, mit vier Portalen und bronzenen Klapptüren, Intarsienfußboden und Lichtkuppel in Stahlbetonkonstruktion, dominiert das Denkmal den nach Abbes Mitstreiter Carl Zeiss benannten Platz. Die Kosten für den Bau und die künstlerische Ausstattung der Gedenkhalle wurden vornehmlich aus Spendengeldern der Jenaer Bevölkerung aufgebracht.

Der Anatomieturm ist der südwestliche Eckpunkt der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert mit einem achteckigen Aufbau, hohen Fenstern und Zeltdach versehen. Der Rundturm ist ein bedeutendes Bauwerk der Jenaer Stadt- und Medizingeschichte. Hier fanden zu medizinischen Lehr- und Wissenschaftszwecken präparatorische Demonstrationen statt, vor allem für Medizinstudenten. Außerdem sollen Johann Wolfgang Goethe und Justus Christian Loder hier auch den Zwischenkieferknochen entdeckt haben. In Goethes Auftrag sollte aus dem Bauwerk ein anatomischer Hörsaal gebaut werden, was jedoch 1860 abgebrochen wurde. Seitdem ist der Turm eine Ruine. Die Turmruine mit Glasdach wurde 2016 aufwendig saniert und ist von außen frei zu besichtigen.

Das mittelalterliche Stadtmauerensemble mit den beiden markanten Türmen Johannistor und Pulverturm ist noch heute ein beeindruckendes Zeugnis der historischen Wehranlage der Stadt. Damals bestand es aus 12 Meter hohen und 2 Kilometer langen Mauern mit Wehrgang, Gräben, Toren und Flankierungstürmen. Ein Blick von den Türmen auf die Innenstadt und Jenas malerisches Umfeld lohnt sich!

Ein Kleinod inmitten der Stadt ist das 1414 gegründete Karmelitenkloster in Jena. Unter großer Anteilnahme der Bürgerschaft wurden 2017 die nach einer schonenden Sanierung aufgewerteten Fragmente des einstigen Klosters der Öffentlichkeit übergeben. Der ehemalige Klosterhof und die beiden noch vorhandenen Innenräume laden zum Verweilen ein mit interessanten architektonischen Details und einer eindrucksvollen Ausstellung zur Klostergeschichte.

Als älteste Kirche in Jena durchlitt die Johanneskirche in der Wagnergasse im Laufe der vielen Jahre wechselhafte Zeiten. Die Anfänge der Errichtung gehen bereits auf das 10. Jahrhundert zurück. Trotz zahlreicher Umbauten in der mehr als 1000-jährigen Geschichte ist der Kernbau der frühromanischen Kapelle mit rechteckigem Langhaus und halbrunder Apsis noch deutlich erkennbar und eine Bereicherung für jeden Stadtspaziergang durch Jena.

Stadtkirche St. Michael: Die spätgotische Hallenkirche mit beeindruckender Schaufassade und westlichem Turm birgt im Innern eine gotische Steinkanzel, von der einst Martin Luther predigte, sowie die originale Bronze-Grabplatte für den Reformator von Lucas Cranach d. Ä. Die Kirche gehört zu den größten spätgotischen Sakralbauten in Thüringen und entstand ab 1380 und wurde im 16. Jahrhundert vollendet. 80 Meter hoch ist der Kirchturm, der bestiegen werden kann. Der überwölbte Durchgang unter dem Altar ist eine sehr seltene kirchenarchitektonische Besonderheit. Sie ist 3,5 Meter hoch und 3 Meter breit und war die einzige Zufahrt zu dem 1301 hinter der Kirche gegründeten Zisterzienserkloster. Die Holzplastik des Erzengels Michael, dem Schutzheiligen der Stadt und der Kirche, stammt aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Beeindruckend ist auch das Gewölbe der Kirche mit schönen Strahlensternen.

Historisches Rathaus: Das durch seinen barocken Fachwerkturm und die spitz zulaufenden Walmdächer geprägte, zweigeschossige Doppelhaus wurde erstmals 1365 erwähnt und ist damit eines der ältesten erhaltenen Rathausgebäude Deutschlands. Das Gebäude erfuhr im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauten und Rekonstruktionen und ist damit außerdem Zeuge des historischen Wandels und des andauernden Fortschritts in der schönen Saalemetropole. Die historische Hallenkonstruktion lässt sich auch heute noch bei einem Besuch des Jenaer Gasthauses Ratszeise nachvollziehen. Im Obergeschoss befindet sich die sehenswerte Rathausdiele mit einer Holzdecke, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach farbig gefasst wurde. Die heute sichtbare Bemalung stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der barocke, achtseitige Turm zwischen den steilen Walmdächern wurde 1755 errichtet und trägt das bekannteste Ausstattungsstück des Jenaer Rathauses: die schmuckvolle Kunstuhr, welche als zentrale Figur den Schnapphans enthält. Die Büste aus koloriertem Eichenholz wurde um 1500 gefertigt und schnappt seit jeher bei jedem Glockenschlag zur vollen Stunde vergeblich nach einer goldenen Kugel.

Hanfried-Denkmal mitten auf dem Marktplatz: Das Bronzestandbild zeigt den Kurfürsten Johann Friedrich den Großmütigen (Hanfried), der als Begründer der Jenaer Universität gilt. Das monumentale Denkmal wurde 1858 zum Gedenken an Johann Friedrich I. von Sachsen erbaut, dem Begründer der seit 1558 bestehenden Universität. Der Hanfried wurde vom Bildhauer Johann Friedrich Drake (1805-1882) aus Bronze geschaffen und zeigt den Gründervater der Universität in Amtsrobe und mit Amtskette eines Rektors, mit Schwert und Bibel. Nach dem Verlust der Landesuniversität in Wittenberg im Verlauf des Schmalkaldischen Krieges veranlasste Johann Friedrich I. die Errichtung einer Hohen Schule in Jena, welche bald darauf zur Universität erhoben wurde.

Stadtspeicher Jena: Sitz von Jena Tourist Information und vom Jenaer Kunstverein. Das im Kern älteste Haus der Stadt aus dem 13. Jahrhundert wurde 2007 umfassend modernisiert und verfügt heute über eine spektakuläre Hologramm-Fassade, konzipiert von dem Architekten Ruairí O’Brien, als Beispiel aktueller architektonischer Möglichkeiten.
Sie spiegelt die Absicht wider, historische Bausubstanz mittels lebendiger Denkmalpflege zu erhalten und auch in ihrer inneren Rekonstruktion sichtbar zu machen.

Das Stadtmuseum ist in einem spätgotischen Gebäude an der Nordseite des Marktes untergebracht. Seit 1986 zeigen hier Dauer- und Wechselausstellungen Facetten der Jenaer Stadtgeschichte. Herausragende Exponate sind ein kostbarer Abendmahlskelch aus dem 16. Jahrhundert, eine Pietà der Parler-Werkstatt oder die erste schwarz-rot-goldene Fahne, deren Farben zum Symbol der demokratischen Verfassungsbewegung in Deutschland wurden. Und natürlicher dürfen die Väter der industriellen Entwicklung Jenas wie Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott nicht fehlen.

Genießen Sie eine Tasse Kaffee und ein Stück Torte mit Jenaer Pralinen auf einer Porzellan-Replik nach einem Entwurf von Henry van de Velde im Philisterium, dem Museumscafe vom Stadtmuseum Jena. Das Service entwarf Henry van de Velde für die Porzellan-Manufaktur Selle in Jena-Burgau.

Dank neuester Technologie zieht es auch heute jährlich tausende Menschen an: das Zeiss-Planetarium Jena. Das dienstälteste Planetarium der Welt von 1926 fasziniert allein schon mit der digitalen Ganzkuppelprojektion eines unglaublich detaillierten Sternenhimmels.

700 Jahre Brillendesign lassen sich am besten mit tausenden verschiedenen Modellen beschreiben. Das Deutsche Optische Museum hat aber noch viel mehr zu bieten: Die Errungenschaften von Zeiss, Abbe und Schott spielen ebenso eine Rolle, wie aktuelle Themenausstellungen.

Friedrich Schiller hielt sich an keinem anderen Ort so lange auf wie in Jena. Der Dichter, Historiker und Philosoph lebte und wirkte hier zehn Jahre lang. Im Haus Schillergässchen 2 verbrachte er mit seiner Familie die Sommermonate von 1797-1799. Neben dem Wohnhaus können auch die Gartenzinne und das Küchenhäuschen besichtigt werden. In Haus und Garten schloss Schiller sein großes Drama „Wallenstein“ ab, arbeitete an Teilen der Dramen „Maria Stuart“ und „Die Jungfrau von Orleans“ und an vielen Balladen. Im Garten steht sogar noch der alte, ovale Steintisch, an dem Schiller oft mit Goethe gesessen hat, um Gedanken auszutauschen.

Direkt gegenüber der Universität gelegen, ist der Geist der großen Denker der Geschichte in dem historischen Ambiente spürbar. Speisen wie zu Luthers Zeiten. Das Hotel Schwarzer Bär wurde erstmals zum Ende des 15. Jahrhunderts erwähnt, als Nikolaus Börner 1498 hier den ersten Gastbetrieb einrichtete. 2012 wurden beim Ausbau des Dachgeschosses einige der teilweise 300 Jahre alten Dachbalken in die neu geschaffenen Studio-Zimmer integriert. Das Haus befindet sich in Familienbesitz und bietet traditionell gutbürgerliche Thüringer Küche. Einer der berühmtesten Gäste des Schwarzen Bären war Martin Luther.

Ernst Abbe, dieser große Name steht im Vordergrund, wenn es um das Volkshaus Jena geht. Denn es war dieser geniale Wissenschaftler und Sozialreformer, der seinerzeit ausschlaggebend für den Bau dieses so bedeutsamen Gebäudes war. Abbe (1840-1905), Professor für Physik in Jena und langjähriger enger Mitarbeiter von Carl Zeiss und Otto Schott, hatte sich gegen massive Widerstände nachdrücklich für ein öffentliches Gebäude, das ausnahmslos jeder politischen und kulturellen Initiative offen stehen sollte, eingesetzt. Die kongeniale Umsetzung dieses Projektes verwirklichte sein enger Freund und Mitarbeiter Siegfried Czapski. Zwischen 1901 und 1903 entstand in mehreren Bauabschnitten am südwestlichen Innenstadtrand das Volkshaus. Dessen Name sollte Programm sein: ein Haus für das Volk. Diesem Credo ist das Haus bis heute treu geblieben. Die Räumlichkeiten werden durch die Ernst-Abbe-Bücherei und die Jenaer Philharmonie sowie die Vereine Sinfonieorchester Carl-Zeiss-Jena genutzt.

Der 1906 gegründete Jenaer Volksbadverein beauftragte seinerzeit den Architekten Prof. Wilhelm Werdelmann für den Bau des Volksbades. Als Baumaterial diente heimischer Kalkstein. 1983-1987 erfolgten wichtige Umbauten. Die originale Bau gebundene Ausstattung blieb jedoch teilweise erhalten. Nach der Schließung 2001 ließ die Stadt das Volksbad zu einem neuen Veranstaltungsort umbauen, der eine moderne, zeitgemäße Ausstattung mit dem Erhalt des historischen Ambientes verbinden sollte. Dafür erfolgten erneut Umbauten, wie die Überbauung des Schwimmbeckens in der Badehalle zur Nutzung als Veranstaltungssaal, die Einrichtung von Büros, Technikräumen und Archivbereichen sowie ein zusätzlicher Anbau für Seminare der Volkshochschule.

Der Botanische Garten ist der zweitälteste in ganz Deutschland und wird von der Universität Jena betreut und geleitet. Auf einer Fläche von 4,5 Hekar wachsen im Freiland und in den Gewächshäusern ca. 10.000 Pflanzen aus allen Klimazonen der Erde. Ein Besuch im Palmen- und Viktoriahaus (eigens für die berühmte Amazonas-Seerose erbaut) lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Als Vorgänger des Botanischen Gartens existierte an der Jenaer Universität von 1586 bis 1833 ein „Hortus Medicus in Collegio“. Der heutige Botanische Garten entstand 1794, nachdem es dem Professor für Botanik A.J.G.C. Batsch und J.W. Goethe nach jahrelangen Bemühungen gelungen war, die Überlassung des Fürstengartens als Botanischer Garten durchzusetzen.


4. Tag:  Apolda, Dornburg

Die zwischen Jena und Weimar gelegene Kleinstadt Apolda wurde erstmals 1119 urkundlich erwähnt und entwickelte sich in einer Gegend, in der es viele Äpfel gibt. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs es zum Zentrum von Handwerk und Gewerbe. Auch heute noch ist der Stumpf eines Apfelbaumes Bestanteil des Apoldaer Stadtwappens.
Aus der traditionsreichen Glockengießerstadt stammt nicht nur die Glocke im Kölner Dom, der Decke Pitter, sondern auch die Wiege der Dobermann-Zucht.
Den großen Aufschwung erlebte die bis dahin kleine Ackerbürgerstadt mit dem Bau der Thüringer Bahn durch Apolda 1846.
Die Textilindustrie wuchs rasant und Apolda entwickelte sich zeitweise zur wichtigsten Industriestadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Das Stadtbild ist geprägt von stolzen Bauten aus der Gründerzeit, die vom damaligen Wohlstand der Stricker und Wirker künden. Heute gibt es noch einige kleine, international agierende Textilunternehmen, die mit ihren Fabrikverkäufen zum Einkaufen einladen.

Egon Eiermann gehörte zur zweiten Generation der modernen Architektur. Die Gebäude von ihm aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts - vorwiegend Wohnhäuser und Industriebauten - zeigen eine Strömung des Bauens im Geiste der Moderne, abseits vom Monumentalanspruch.

Der 1906 errichtete Eiermannbau in Apolda ist ein Industriedenkmal von besonderem Rang. Es ist das einzige Gebäude des Architekten Egon Eiermann in Thüringen und ein wichtiges Beispiel für eine nachhaltige Umbaukultur. Ursprünglich gebaut als Weberei, wurden seit Mitte der 1930er Jahre Feuerlöschgeräte am Standort produziert. Eiermann selbst hat 1938/39 die bestehende Weberei erweitert, sensibel und aufmerksam die vorhandene Gebäudestruktur fortgeführt und gleichzeitig die funktionalen und ästhetischen Anforderungen seiner Zeit eingebracht.
Die überregionale architekturgeschichtliche Bedeutung des Eiermannschen Feuerlöschwerkes liegt in der überzeugenden Verbindung eines älteren Industriebaues mit einer modernen Erweiterung, die kompromisslos im Geiste des Neuen Bauens der Vorkriegszeit konzipiert ist. Auch die elegante Dachterrasse ist bei einem Industriebau dieser Zeit einzigartig. Die Apoldaer Fabrik begründete den Ruhm des Architekten, dessen gestalterisches Ziel stets die Verschmelzung von Technik und Kunst war. Der Bau gilt heute als Meilenstein in der Geschichte des modernen Industriebaus der dreißiger Jahre in Deutschland.
Seit 1994 liegt das zwei Hektar große Grundstück und der Eiermannbau mit seinen 6.000 Quadratmeter Geschossflächen brach. Die IBA Thüringen aktiviert das denkmalgeschützte Gebäude unter dem Leitmotto „Wie wenig ist genug?“ und schließt damit auch an Eiermanns Prinzipien an.
Auf Grundlage eines 2016 erarbeiteten Finanzierungs- und Nutzungskonzepts für die Open Factory erwarb die LEG Thüringen im Dezember 2017 den Eiermannbau. Die beiden Landesgesellschaften IBA Thüringen und LEG Thüringen arbeiten hier mit der Form der Anhandgabe. Bis 2023 ist dabei die IBA Thüringen Entwicklerin des Projekts. Das Vorgehen soll modellhaft für den Umgang mit Leerstand stehen.
Im Sommer 2018 lebten, lernten und arbeiteten zwei Wochen lang 50 Kreative beim zweiten IBA Campus „Hotel Egon“ im Eiermannbau. Bei dem 14-tägigen Design-build-Workshop schufen sie Möbel und überraschende Raumerlebnisse. Diese sollen Gäste im Zwischenpräsentationsjahr 2019 mit zum Verweilen einladen.
Die Ausstellung: Die Moderne in Thüringen - vom Bauhaus zu Egon Eiermann - zeigt einen umfassenden Querschnitt des Lebenswerkes Egon Eiermanns unter dem Motto „Kontinuität der Moderne", dargestellt auf großformatigen Bildtafeln mit einer Vielzahl von reproduzierten Originaldokumenten.

Der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger (1871 – 1956) ließ sich von der Architektur und Landschaft an unzähligen Orten der Weimarer Umgebung inspirieren. Über drei Jahrzehnte lang begab er sich mit dem Skizzenblock auf Motivsuche. Aus diesem Fundus an Zeichnungen entstanden oft erst Jahre später im Atelier seine berühmten Ölgemälde, aber auch Aquarelle, Kohlezeichnungen und druckgrafische Werke. Die „Natur-Notiz“ vom Viadukt in Apolda mit darüber fahrender Dampflok stammt aus dem Jahr 1913. Sie entstand zusammen mit einer weiteren Skizze auf einer Radtour Feiningers, bei der er von Weimar aus über Umpferstedt bis Apolda und Zottelstedt kam. Vom Seierturm in Zottelstedt (Feininger bezeichnete es als Rathaus) sind in den Jahren 1916 und 1927 zwei Bilder und im Jahr 1918 drei Holzschnitte entstanden. Das Ölgemälde „Zottelstedt I“ von 1916 befindet sich in Privatbesitz in Deutschland.

Das Rathaus und der Marktplatz mit angrenzendem Topfmarkt sind historisch typische Kennzeichen der Stadt Apolda. Das Apoldaer Rathaus ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt und steht unter Denkmalschutz.

1722 begann die Tradition des Glockengießens in Apolda mit der Gründung der Glockengießerei von J. Ch. Rose. Diese Gießerei übernahm 1759 J. G. Ulrich aus Laucha/Unstrut. In Apolda ließ sich 1826 eine weitere Glockengießerei nieder (C. F. Ulrich). Während sie sich bis zum Ende des 19. Jh. zu einer der führenden Glockengießereien Deutschlands entwickelte, musste die ältere Gießerei Gebr. Ulrich 1902 Konkurs anmelden. 1910 baute Heinrich Ulrich die Gießerei Gebr. Ulrich wieder auf. 1923 wurde hier die berühmteste Glocke des 20. Jahrhunderts, die St. Petersglocke des Kölner Doms, gegossen. 1948 schloss die Gießerei. Die Firma C. F. Ulrich, seit 1910 Franz Schilling Söhne, führte u. a. die zu Ende des 19. Jahrhunderts begonnene Tradition der Herstellung von Glockenspielen weiter. Bis 1988 wurden in Apolda Glocken und Glockenspiele hergestellt.

Das Dobermann-Denkmal befindet sich in der Teichgasse zwischen dem Alexander-Puschkin-Platz und dem Darrplatz. Es ist der Hunderasse "Dobermann" und seinem Züchter und Namensgeber Karl-Friedrich-Louis Dobermann (1834 - 1894) gewidmet und ist das einzige Dobermann-Denkmal in Europa. Das Denkmal stellt eine Dobermannfamilie dar. Der Entwurf stammt von der Bildhauerin Kerstin Stöckel aus Kapellendorf.

Dominante des Stadtbildes im 12. Jahrhundert war die weithin sichtbare Burg, das spätere Apoldaer Schloss. Die Errichtung der Burganlage auf gerade dieser Anhöhe mag in verschiedener Hinsicht zweckmäßig erschienen sein. Unweit der Saalegrenze und im Bereich bedeutender Heeresstraßen gelegen, bot die Burg an drei Seiten Schutz gegen Angriffe. Von Süden war ein ebener Zugang gewährleistet. Genaue Daten über das Entstehen der Burganlage sind nicht bekannt. Es wird angenommen, dass die Apoldaer Burg etwa zur gleichen Zeit erbaut wurde wie die Wartburg bei Eisenach.

Christian-Zimmermann-Denkmal: Mit Entwurf, Ausführung und Aufstellung betraute ein aus den Reihen stadtbekannter Bürger gewähltes Komitee den Dresdner Bildhauer Ernst Paul. Das am 10. November 1892 eingeweihte Ehrenmal zeigt den in Bronze gegossenen Verleger Christian Zimmermann (1759-1842) auf einem Sandstein-Postament. Eine mit Blumen geschmückte und durch Ziergeländer begrenzte Anlage rahmte den Standort am alten Karlsplatz (heute: Alexander-Puschkin-Platz) ein.

Zimmermannbau: Durch den 1880/81 errichteten Fabrik-Neubau an der Bahnhofstraße war es für die am 21. Mai 1789 gegründete Fa. "Christian Zimmermann & Sohn" möglich geworden, alle ihre in der Stadt verstreuten Geschäftslokale unter einem Dach zu vereinigen.

Schon früher befand sich auf dem Brauhof ein Brunnen. Damals war es ein einfacher Holzbottich, aus dem mittels einer Kette das Wasser "hochgeleiert" wurde. Da dies mit sehr viel Lärm verbunden war, wurde der Brunnen im Volksmund auch als "Rumpelborn".

Viadukt: Der Bau der thüringischen Eisenbahn (1844-1846) bewirkte gleichzeitig entscheidende Veränderungen im Norden der Stadt Apolda. Über 2.000 Arbeiter waren am Bau der Bahnlinie beteiligt, welche zwischen Naumburg und Apolda eingleisig und ab Apolda bis Erfurt zweigleisig errichtet wurde.

Bismarckturm: An der B 87 steht ein markantes, lange Zeit ungeliebtes Bauwerk und blickt über unsere Stadt. Gebaut wurde es von unseren Vorfahren zur Ehre Otto von Bismarcks (1815-1898), dem 1. Kanzler des Deutschen Reiches. Der Turm, auf vielen Postkarten verewigt, ist schon von weitem sichtbar. Er stellt ein Zeichen einer längst vergangenen Zeit, ist aber auch ein Beispiel der Leistungsfähigkeit der damaligen Handwerker.

Apolda ist eine Stadt mit einem hohen Anteil an Grün. Der Lutherweg ermöglicht einen abwechslungsreichen Stadtspaziergang durch die Geschichte und verbindet die Grünzonen miteinander. Entlang der Ringpromenade lassen sich diese abseits der quirligen Stadt über Natur belassene Wege erkunden.Die Herressener Promenade entstand vor über 100 Jahren in mehreren Etappen unter Mitwirkung des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofgärtners und Garteninspektors Otto Ludwig Paul August Sckell (1861-1948) aus der berühmten Gartenbaufamilie Sckell. Heute ist sie ein Flächendenkmal mit spannungsreichen Sichtbeziehungen zwischen den Park- und Wasserflächen auf 15 Hektar. Das lang gestreckte Gelände war 2017 Kulisse der 4. Thüringer Landesgartenschau.

 

Die ehemalige Bauhaus-Keramikwerkstatt in Dornburg, die Walter Gropius 1920 aufgebaut hat, beherbergt bis heute einen eigenen Töpfereibetrieb. Für den externen Standort sprachen die Existenz einer traditionsgebundenen Töpferwerkstatt, mit Max Krehan ein Töpfer, der bereit war, die handwerkliche Ausbildung zu leiten, und mit dem leer stehenden Marstall ein in Landesbesitz vorhandenes Gebäude. Gerhard Marcks wurde als Formmeister berufen. Die Geschichte der Bauhaus-Töpferei währte nur knapp fünf Jahre, aber in dieser Zeit wurde hier unter einfachsten Bedingungen eine neue Gefäßästhetik von europäischem Rang entwickelt. Viele der bedeutendsten deutschen Keramiker des 20. Jahrhunderts haben hier ihre Ausbildung absolviert: Theodor Bogler, Otto Lindig, Marguerite Friedlaender, Werner Burri, Johannes Driesch und Franz Rudolf Wildenhain.

Am Rand eines Muschelkalkplateaus mit herrlichem Blick in das reizvolle Saaleland befindet sich das einzigartige Ensemble der drei Dornburger Schlösser aus unterschiedlichen Epochen.
Das Alte Schloss ist das größte und mit der Stadtgeschichte von Dornburg eng verbunden. Es wurde auf den Grundmauern einer ehemaligen Wehranlage errichtet. Mehrmals zerstört entstand der heutige Baukörper im 15. Jahrhundert. Erst diente es als fürstliche Wohnung, später war es das Amtshaus. Im 19. Jahrhundert Fabrik und im 20. Jahrhundert Schule und Pflegeheim. Heute befindet sich hinter den dicken Mauern ein Tagungszentrum der Universität Jena.
Im Renaissance-Schloss wohnte Johann Wolfgang von Goethe 1828 drei Monate, woran die Goethe-Zimmer erinnern. Das heutige Aussehen stammt zum größten Teil von 1608. Das Schloss war damals von einem herzoglichen Beamten aus Vorgebäuden eines ehemaligen Rittergutes errichtet worden. Erst 1824 kam das Schloss in den Besitz der Herzogs Carl-August von Sachsen-Weimar, der das Renaissance-Schloss als herzogliches Wohnschloss herrichten ließ.
Das Rokokoschloss wurde von 1736-1744 durch den Weimarer Herzog Ernst August erbaut. Erst sein Enkel Carl-August nutzte als Herzog das Schloss als Sommerresidenz ab 1816. Der erste gewählte Landtag auf deutschem Boden tagte hier 1818/19. Das Rokokoschloss wirkt zur Gartenseite wie ein Pavillon und steigt von der Talseite in drei Geschossen auf. Die Räume sind in beiden Etagen um einen kleinen Saal angeordnet. Das Interieur des Schlosses zeigt den von Carl-Alexander eingerichteten Speisesaal mit wertvollen Sammlungen.
 

5. Tag: Probstzella, Rückreise

Eine wunderschöne Kulturreise geht viel zu früh zu Ende. Nach einem ausgiebigen Frühstücksbüfett treten Sie die Heimreise an auf dem gleichen Weg wie die Hinreise. Nach circa einer Stunde Fahrzeit Halt in Probstzella. 

Der Architekt Alfred Arndt, der spätere „Bauhaus-Meister der Ausbauwerkstatt” (1929-1931), wurde 1925 als Bauhaus-Student von Walter Gropius freigestellt, um eines der bedeutendsten „Bauhaus-Gebäude” Thüringens zu errichten und komplett im Sinne des Bauhauses auszustatten: Das „Haus des Volkes” in Probstzella im Thüringer Wald, 70 km südlich von Weimar. Das "Haus des Volkes" ist heute ein Hotel mit Restaurant. Das Haus lag im Sperrgebiet an der ehemaligen DDR-Grenze. Das Bauhaus-Ensemble wurde in den letzten Jahren vorbildlich rekonstruiert einschließlich der Farbgestaltung der Innenräume und der Bauhaus-Möbel. Ausgezeichnet wurde es mit dem „Deutschen Fassadenpreis”. Hier kann man den „Bauhaus-Spirit” im Kulturzentrum oder der Gastronomie im „Blauen Salon” und auf der Arndtschen-Terrasse genießen.
Franz Itting (1875 – 1967), ein Industriepionier aus Probstzella ist der Gründer des „Haus des Volkes“. Als wahrer Sozialist passte er in keine deutsche Norm: Nazis und Kommunisten haben ihn verfolgt. Ungebrochen hat er immer wieder an die Gemeinschaft geglaubt. Im Haus des Volkes ist ihm ein Museum gewidmet.

Auch auf dem weiteren Rückfahrt wird eine Überraschungspause eingelegt, sofern es der Verkehr zulässt. Ankunft in den Zustiegsorten am Abend.

Im Reisepreis enthalten
• Moderner Reisebus oder Clubbus
• Vier Übernachtungen in einem ausgesuchten ***Hotel in Weimar nahe der Altstadt
• Vier Frühstücksbüfett
• Ein Abendessen am Anreisetag in einem ausgesuchten Restaurant in Weimar oder im Hotel ohne Getränke
• Örtliche zertifizierte Reiseleitung
• Teilweise zusätzliche zertifizierte Reiseleitung in Museen und Sonderausstellungen
• Alle Besichtigungen wie beschrieben
• Alle Eintritte in Museen und Sonderausstellungen
• Alle touristischen Nebenleistungen (Kurtaxe, Hotelsteuer, Touristensteuer, Parkkosten…)
• Vielseitige Informationen zum Zielgebiet und zu den Besichtigungen
• Haftpflichtversicherung der TAS
• Reisepreissicherungsschein der R+V
• Persönliche Reiseleitung vom Inhaber von KUS Reisen

NICHT im Reisepreis enthalten
• Reiserücktrittskostenversicherung
• Reiseabbruchversicherung
• Nicht in der Ausschreibung erwähnten Mahlzeiten und Getränke
• Angebotene Zusatzleistungen

Anmeldung / Anmeldeschluss
• Es werden ausschließlich schriftliche Anmeldungen entgegen genommen.
• Eine vorherige telefonische Vorab Reservierung ist möglich.
• Anmeldeschluss ist sechs Wochen vor Reisebeginn.
• Nachbuchungen nach dem Anmeldeschluss können nur vorgenommen werden, wenn im Reisebus und im Hotel freie Plätze verfügbar sind.

Allgemeine Geschäftsbedingungen
• Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen von KUS Reisen.
• Die AGB sind auf dieser Webseite hinterlegt und können gespeichert und ausgedruckt werden.
• Bitte beachten Sie dabei besonders die Regelungen zu Anzahlung, Restzahlung, Rücktritt und Entschädigung.

Zahlungsbedingungen
• Mit dem Erhalt der Buchungsbestätigung mit inkludierter Rechnung und Aushändigung des Sicherungsscheines wird eine Anzahlung in Höhe von 20% des Reisepreises zur Zahlung fällig.
• Die Restzahlung ist unaufgefordert zwei Wochen vor Reisebeginn zur Zahlung fällig.

Reiseversicherung
• Im Reisepreis sind keine Reiseversicherungen eingeschlossen.
• KUS Reisen weist zur Vermeidung von Zusatzkosten auf die Möglichkeit hin zum Abschluss einer Reiserücktrittskostenversicherung und Reiseabbruchversicherung.
• KUS Reisen berät Sie gerne zum Thema und kann diese zur Reise zu günstigen Konditionen dazu buchen.

Zustiege
• Haupt Zustieg ist in 73033 Göppingen mit kostenlosen Parkmöglichkeiten.
• Weitere Zustiege sind in der Auswahlliste hinterlegt.
• Bei einigen Zustiegen, die nicht entlang der Fahrstrecke liegen, kann ein ÖPNV Transfer vorgeschaltet werden. Die Abfahrtszeit vom Reisebus ist auf die ÖPNV Ankunftszeit abgestimmt, so dass an den Zustiegen entlang der Fahrtstrecke (z.B. Ulm, Aalen, Crailsheim, Heilbronn / Weinsberg, Ludwigsburg / Zuffenhausen, Stuttgart, Böblingen, Wendlingen, Plochingen, Lorch…) keine große Wartezeit entsteht.
• Aufgrund der begrenzten Lenk- und Arbeitszeit am Hin- und Rückreisetag kann anstatt dem ÖPNV manchmal bei einigen Zustiegen ein kleiner Transferbus zum nächst gelegenen Zustieg eingesetzt werden.

Mindestteilnehmerzahl
• 20 Teilnehmer
• Sollte die Mindestteilnehmerzahl bis zum Anmeldeschluss nicht erreicht sein, ist der Reiseveranstalter grundsätzlich berechtigt, die Reise spätestens zu den folgenden Terminen abzusagen:
- 20 Tage vor Reisebeginn bei einer Reisedauer von mehr als sechs Tagen
- 7 Tage vor Reisebeginn bei einer Reisedauer von mindestens zwei und höchstens sechs Tagen
- 48 Stunden vor Reisebeginn bei einer Reisedauer von weniger als zwei Tagen
• KUS Reisen wird vor einer Absage alles daran setzen, die Reise auch mit weniger Teilnehmern durchzuführen. Dabei kann ein kleinerer Reisebus oder Clubbus eingesetzt werden.

Stornofristen / Entschädigung
• Vom Pauschalreisevertrag kann der Reisende vor Reisebeginn gegen Zahlung einer vom Reiseveranstalter KUS Reisen verlangten Entschädigungspauschale jederzeit vom Vertrag zurücktreten.
• KUS Reisen setzt bei einem Rücktritt die Pauschalen der Entschädigung bei Bus- und Bahnreisen wie folgt fest:
- bis zum 35. Tag vor Reiseantritt 15 % vom Reisepreis
- ab dem 34. Tag vor Reiseantritt 30 % vom Reisepreis
- ab vom 28. Tag vor Reiseantritt 50 % vom Reisepreis
- ab dem 21. Tag vor Reiseantritt 60 % vom Reisepreis
- ab dem 14. Tag vor Reiseantritt 70 % vom Reisepreis
- ab dem 7. Tag vor Reiseantritt 75% vom Reisepreis
- am Tag vor Reiseantritt oder bei Nichtantritt der Reise 85 % vom Reisepreis.
• Bei Stellung einer Ersatzperson im gleichen Zimmertyp muss bei Bus- und Bahnreisen keine Entschädigung bezahlt werden.

Gruppenermäßigungen
• Ab sechs Personen 3%
• Ab acht Personen 4%
• Ab zehn Personen 5%
• Voraussetzung für die Gewährung der Gruppen-Ermäßigung ist eine gemeinsame Buchung mit Angabe aller Vor- und Zunamen der Mitreisenden, der Zimmerzuordnung der Mitreisenden und eine gemeinsame Bezahlung durch den Gruppenleiter mit einer Gesamtrechnung.
• Eine Kombination von Gruppen-Ermäßigung und einem eventuellen Frühbucher-Rabatt oder anderem Rabatt ist ausgeschlossen.

Eingeschränkte Mobilität
• Diese Reise ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur bedingt geeignet.
• Sollten Sie nicht sicher sein, ob Sie den Anforderungen gewachsen sind fragen Sie bei KUS Reisen nach. Nach Beratung können wir nach Möglichkeit ihre Bedürfnisse bei der weiteren Reiseplanung berücksichtigen. Hilfreich ist zur Unterstützung während der Reise eine mitreisende begleitende Person.

Gruppengröße
• Die Größe der gesamten Reisegruppe variiert je nach Interesse zwischen 15 und 30 Personen.

Sprache
• Die Reise wird ausschließlich in deutscher Sprache durchgeführt.

****First Class Hotel

 
Details
  • pro Person im Doppelzimmer
    525 €
  • Pro Person im Einzelzimmer
    595 €

****First Class Hotel

 

Sie wohnen in einem ausgesuchten ****First Class hotel.

Das ausgesuchte Hotel für die Reise steht in der Beschreibung oder können Sie telefonisch beim Reiseveranstalter KUS Reisen anfragen unter Telefon 07161 5060374.

Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen.DetailsOK